Liebe finden - Beziehungen heilen
Bist du Krieg, oder bist du Frieden?
Bist du Krieg, oder bist du Frieden?

Bist du Krieg, oder bist du Frieden?

Was für ein Schock.

Die Kriegsbilder aus Israel machen mich betroffen. Auch wenn etwas in mir weiß, dass sich alle betroffenen Seelen dessen bewusst waren, in was für ein Umfeld sie inkarnieren und was sie dort erwarten könnte.

Doch ich merke, hinter solch salbungsvollen Gedanken verbirgt sich ein spiritueller Klugscheißer, der Rationalisierungen produziert, um nicht das Entsetzen fühlen zu müssen, das mich trifft, wenn ich an mich heranlasse, was Menschen einander anzutun in der Lage sind. Es ist nicht zum Aushalten. Und der Reflex ist, es abzutun, zu ignorieren und mich wieder meinem Alltagskram zuzuwenden.

Das klappt auch ganz gut, wenn es sich um ein Land irgendwo auf dem Mond handelt, zu dem ich keinen Bezug habe.

Zum Nahen Osten habe ich allerdings einen Bezug. Auch in Israel bin ich schon drei Male gewesen und kenne dort Menschen. Ich kann der inneren Konfrontation nicht ausweichen.

Was tun, wenn etwas so furchtbar ist, dass man es nicht aushalten kann? Wie gehst du mit so etwas um?

Ignorieren? Hoffen, dass es von alleine weggeht? Analysieren? Rechtfertigen? Schuld zuweisen? Rache üben?

Das alles sind normale menschliche Versuche, mit dem Grauen irgendwie fertig zu werden. Das spiegelt sich in den Medienberichten: Analyse der Situation. Wer hat vor wie vielen Jahren angefangen? Waren da schon Menschen, als Israel sich gegründet hat, die dann einfach vertrieben wurden? Oder war Israel ein Stück Land, das verwaltungstechnisch in der Luft hing, und es war moralisch naheliegend, dort einen Staat für die verfolgten Juden zu gründen? Rechtfertigungen.

Vor Ort wird derweil ordentlich Rache geübt. Super. Und nach all den Jahren, in denen das nun schon so geht, verschwindet meine heimliche Hoffnung, der Konflikt würde von alleine weggehen.

Aber ist ignorieren nicht richtig, da ich alles, dem ich meine Aufmerksamkeit schenke, nähre?

Nein. Es ist gut, betroffen zu sein und spüren, wie schrecklich sich Grausamkeit und Empathielosigkeit anfühlen.

Aber nicht, um sich dann zu empören und in die Analysen und das Kriegsgeschrei miteinzustimmen. Das würde das Ganze in der Tat energetisch nähren.

Das Grauen als Motivator nehmen

Nutzen wir die Ereignisse, um noch klarer zu werden in der Ausrichtung auf den Weg der Liebe. Um deutlich zu fühlen: „Nein, das will ich nicht. Ich will Frieden, und ich gebe alle meine Energie dorthin!

Die Arbeit liegt dann nicht darin, für den Frieden zu streiten und andere von den eigenen Ansichten überzeugen zu wollen. Zum Beispiel, dass Krieg nichts bringt. Das Fiese an der Sache ist, dass allein wenn ich schon jemanden von etwas überzeugen will, ich im Krieg mit ihm bin.

Frieden schaffe ich nur, indem ich ihn energetisch vorlebe.

Das ist die härtere Nuss, als zu analysieren, zu verurteilen und gute Ratschläge zu verteilen. Die Kriegsparteien führen uns im Außen Mechanismen vor, die in uns allen ablaufen. Kollektiv sind wir darauf gedrillt, zu verurteilen, Schuld zuzuweisen und den anderen seine Schuld auch spüren zu lassen. Vergeltung.

Ich merke, wie subtil das sein kann. Wie es immer wieder im Hintergrund läuft. Anstatt mit jemandem zu reden, über ihn zu reden. Anstatt nachzufragen, vorzuverurteilen. Anstatt Verständnis zu haben und wo möglich Hilfe anzubieten, mich abzuwenden und zu denken, ich wisse Bescheid und hätte das gute Recht, mir „so einen Menschen“ nicht länger anzutun.

Frieden energetisch vorleben

Und wenn ich dann doch ins Gespräch gehe, wenn ich meine Vorverurteilungen beiseitelasse …. dann kann es sein, dass ich total betroffen ende. Über mich selbst. Über mein verschlossenes Herz. Über mein Urteilen. Es ist hart, mir das einzugestehen. Aber noch härter wäre es, damit weiterzumachen!

Das ist unangenehm, aber da muss man durch – immer wieder bereit sein, hinzuschauen, wo ich mein Herz vor einem anderen Menschen verschließe. In mir Selbst die Blockaden vor der Liebe zu entfernen. Und das ist nichts für „Weicheier“. Die Liebe zu leben, ist ein Commitment, das einen herausfordert. Wenn die Liebe dein Ziel ist, wirst du immer wieder bereit sein müssen, dich selbst zu hinterfragen und zu korrigieren. Das bringt dann das Ego so richtig gegen die Sache auf. Deshalb muss deine Entscheidung felsenfest stehen.

Liebe stellt man sich so blumig und wohlig vor – und das ist sie ja auch, wenn man sie zulässt :-). Wenn ich mein Herz fühle, und welche unfassbar schöne Energie es ausstrahlt, bin ich im Himmel. Der Himmel ist in mir. Ja, das ist wahr.

Und wahr ist auch, dass alle diese furchtbaren Taten eines sind: Ein gewaltiger Schrei nach Liebe. Verzweiflungsakte von Menschen, die die Liebe in sich nicht mehr spüren können. Der schlimmste Verlust, den ein Wesen erleiden kann.

Willkommen im inneren Israel.

Nur, wenn wir das „im Kleinen“ in uns überwinden, können wir verhindern, dass es auf so zerstörerische Art „im Großen“ manifestiert.

Wenn wir in uns selbst Frieden schaffen, erzeugen wir um uns herum ein Energiefeld, das den Frieden im Außen begünstigt. Doch wie schaffe ich das?

Ich übe da, indem ich mich selbst aufmerksam beobachte und mir selbst auf die Schliche komme, wo ich Schuld zuweise, analysiere, diskutiere und Recht haben will, anstatt einfach für den anderen mein Herz zu öffnen.

Der Verstand sagt: Wenn ich mein Herz öffne, bin ich schutzlos. Ich muss Abstand halten, Grenzen setzen und meine Interessen verteidigen. Wenn es eskaliert, ist der andere Schuld. Der ist doof.

Die Erfahrung zeigt: Wenn ich mein Herz öffne, bin ich sicherer denn je, denn der andere fühlt sich durch die von mir ins Feld gebrachte Herzensenergie in meiner Gegenwart wohl(er). Deshalb ist er viel kooperativer und an konstruktiven Lösungen interessiert, als wenn ich ihm auf die harte Tour komme. Oft fängt er selbst an, sich zu hinterfragen und sein Verhalten zu überdenken.

Ich muss mich gegen meine inneren Widerstände und die zig Argumente meines Verstandes dafür in jeder Situation entscheiden. Ich entscheide mich für die Liebe. Ich gehe bewusst in mein Herz. Ich bitte meine Seele um Hilfe.

Dann geschehen „Wunder“.

Da ich ein Wunderjunkie bin, werde ich diesen Weg wohl weitergehen. Ist diese Welt nicht ein „geniales“ Übungsfeld? Ich ziehe die Sache durch. Und ich weiss eines: Wenn genug von uns das tun, werden weitere Kriege nicht mehr geschehen, da wir die Energie des Kollektivs verändern.

Unsere Zeit ist die Zeit der Entscheidung. Krieg oder Frieden. Was wählst du?


Was hilft dir, Frieden in deinem Inneren zu schaffen? Schreibe es mir unten in den Kommentaren 🙂


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Bildquellen: Headerbild: Anastasiya Lobanovskaya/ Foto von Andrea Piacquadio/ Hände vorm Gesicht: Foto von Thirdman/Taube: Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

7 Comments

  1. Agnes

    Ja liebe Kendra, auch ich will Frieden über alles. Und dazu brauche ich ein Übungsfeld und dass ist überall vorzufinden . In meiner Famielie, auf der Arbeit in meinem Alltag usw. Sich darin zu Schulen und zum Beobachter zu werden, wo ich noch Recht behalten will , wo ich nicht die Kommunikation aufrecht erhalte, sondern trenne. All das ist der Krieg um mich herum , der nach Erlösung schreit und auch in meiner Welt. Ich bin da, die Begrenzungen zu bemerken , um sie dann loszulassen. Das Mittel, die Vergebung , die uns frei sein lässt , ist die Gnade Gottes. Ich bin entschlossen , Zeuge zu werden, dass Wunder natürlich sind und uns jederzeit zur Verfügung stehen. Mich immer wieder zu hinterfragen, wenn ich unglücklich bin oder leide, mich an meinen inneren Führer den HG zu wenden, ist zu meiner Lebensaufgabe geworden . Ich bin entschlossen den Frieden zu kultivieren, zu leben, meinem Herzen zu folgen. Denn mein Innerster Kern weiss , dass die Liebe ,die wir sind unsere grösste Heilkraft ist, die in uns weilt. Sie wartet nur durch uns zu wirken und zu fliessen. Jedes Mal wenn ich vergebe, kommt ein Teil von mir nachhause. Ich liebe es nachhause zu kommen, immer wieder aufs Neue. Ich werde die grausamsten Schlachten in mir aufspüren, um sie zu beenden. Wenn nicht jetzt , wann dann ? Ich werde geduldig sein in meinem Lernen und Lehren und mich darin üben ,dass Alles für mich ist . Die Seele in mir will sich darin erfahren. Wieviel Zeit es braucht , wo doch der Kurs davon spricht, das es sie nicht gibt , kann ich nicht begreifen, doch was ich erfahre, wenn ich vergebe, ist das Schönste , das Erfüllenste, was ich jemals spüren durfte. Mein Herz ist ausser sich vor Freude und die Liebe darin dehnt sich aus , einfach ohne Grenzen . Diese Augenblicke, ich feiere sie in mir , heisse sie willkommen und alle darin sind eingeladen . In diesen heiligen Augenblicken findet Berichtigung statt von alten Geschichten. Ich bin hier um aufzuzeigen, dass wir zu Wunderwirkenden werden, wenn wir uns wieder unserer Quelle hinwenden . Gott schenkte sich vollkommen zu uns hin. Uns sind seine Gaben gegeben und dass will ich loben und preisen. Danke Danke Danke Gott, dass ich mich durch dich erlebe.

  2. Tanja

    Für mich bedeutet der Weg zum Frieden, dass ich Zeit mit Jesus verbringen, meine Gedanken übergebe oder sie hinterfrage. Und dass ich immer wieder vergebe mir und den anderen.
    Und wenn ich mich im Widerstand befinde, heißt es manchmal weitermachen und manchmal Loslassen.
    Die Hand auf mein Herz ist auch immer wieder hilfreich…
    Liebe Grüße

  3. Herwig

    Unfrieden oder Krieg, wenn man so will, erlebe ich innerlich schon, wenn „ich“ zwischen Herz und Verstand hin und her schwanke. Was spricht dagegen, sich einmal alles in Ruhe anzuhören, was der Verstand so zu erzählen vermag, mit dem Hintergrundgedanken „Ist ja interessant“? So lange, bis der Verstand zur Ruhe kommt …
    Und mit ebensolcher Ruhe und dem gleichen Interesse die Gefühle des Herzens wahrzunehmen, bis auch das zur Ruhe kommt? Denn Gedanken und Gefühle gehen irgendwie Hand in Hand. Dann ruht beides in mir, in meinem kleinen „ich bin“, das geborgen ist im großen „ICH BIN“.
    Gefühle und Gedanken kommen und gehen, bis wieder Stille einkehrt.
    Dieses interessierte Wahrnehmen ist für mich wie ein stilles Gebet, in dem ich all dieses Wirrwarr auf den Altar vor Gott hinlege, ihm alles zur Wandlung hingebe. Diese Wandlung spüre ich dann früher oder später in Form des inneren Friedens. Zugleich steigt da eine Art Auftrag auf, quasi ein Kanal für die Ausdehnung dieses Friedens zu sein. Was für eine Herausforderung angesichts der antrainierten Kleinheit des kleinen „ichs“! Und jetzt erinnere ich mich an den Text von Marianne Williamson, in dem sie uns erinnert, dass wir Kinder Gottes sind: „Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Und wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.“

  4. Regula

    Liebe Kendra, dein Artikel ist fantastisch! Danke, dass du dich so wahrhaftig zeigst. Du hast mich erwischt! Und dafür bin ich dir sehr dankbar. Gestern gerade hatte ich ein Gespräch mit einem Freund, dem ich freundlich meine Ansicht über Kriege mitgeteilt habe. Und ich erkenne nun, dass ich nicht einfach nur meine Meinung geteilt habe, sondern dass ich ihn überzeugen wollte, dass er Unrecht hat mit seiner Meinung. Das ist Krieg, wenn auch ganz subtil. Weiterhin hatte ich ein Telefonat mit einem fremden Mann (1. Telefondate), der mir viel von seinem Christsein erzählte und ich dachte einfach nur: „Wer so ununterbrochen redet und alle seine beruflichen Erfolge auflistet, wer so unruhig ist, der soll mir nichts vom Christsein erzählen und mit so einem Menschen möchte ich keinen weiteren Kontakt.“ Und ich erkenne nun, dass ich ihn verurteilt habe. Es ist ja ok, keinen weiteren Kontakt zu wollen, aber ich hatte verurteilende und keine mitfühlenden Gedanken.
    Danke dir, dass du mir geholfen hast, zu sehen, dass ich von Liebe, die ich leben möchte, geredet habe, aber sie in dem Moment gar nicht gelebt habe.
    Herzlichen Gruß
    Es freut mich so, dich gefunden zu haben, als Wegbegleiterin, auf dem Weg in die Liebe.

  5. Susanne

    Hallo,
    ich habe den Artikel gelesen und verstehe auch, was dahintersteht. Ich verstehe auch die innere Zerrissenheit, in der ich selbst bin, gerade im Angesicht dieser Bilder, die uns aus Israel und Gaza erreichen. Das mit dem Öffnen des Herzens mag in „normalen“ Situationen funktionieren und für uns ist es gewiss ein gutes Übungsfeld, mit den widerstreitenden Gefühlen in uns und dem Aufruhr in der deutschen Gesellschaft umzugehen. Aber… die Leute, die zum überwiegenden Teil Opfer der grauenhaften Taten der Hamas wurden, waren Friedensaktivisten. Ich habe in einem Videointerview mit Yuval Noah Harari gehört, dass z. B. eine Familie regelmäßig Kiteflüge über der Grenze machten und dabei eine Botschaft des Friedens übermittelten. Sie lebten in einem der Kibbuzim und hatten für den 7. Oktober einen Flug geplant. Dazu kam es nicht mehr. Sie sind tot, erschossen von Hamas. Frauen wie Vivian Silver, die jahrelang für den Friedensprozess gekämpft haben, wurden verschleppt. Es fällt mir wirklich schwer, im Angesicht dieser Taten nicht an der dargestellten Theorie zu zweifeln und das noch als Schrei nach Liebe einer unterdrückten Bevölkerung zu sehen.

    Ich muss das einfach loswerden, weil es mich wirklich beschäftigt und ich es aber auch nicht unkommentiert lassen kann.

    Nichtsdestotrotz: Die Anregungen sind sicherlich hilfreich und dafür bin ich dankbar.

    1. Liebe Susanne,

      vielen Dank fürs ehrliche Mitteilen dessen, was dich beschäftigt. In dem Moment, in dem du dich geschockt, entsetzt, ohnmächtig … fühlst, ist der Gedanke, dass der andere aus einem Schrei nach Liebe handelt, ja auch nur ein Konzept… Es ist nicht die Realität, die gerade in dir lebt, und nichts, was dir in dem Moment weiterhilft. Also weg damit. Auch wenn es stimmt, dass Täter letztlich immer ihren inneren Schmerz ausagieren. Damit wir nicht dasselbe tun, ist es ja der entscheidende Schritt, die Gefühle zuzulassen und zu fühlen. Auszuhalten, dass es so ist, wie es ist. Wenn das eigene Innere den Schock verdaut hat, dann können wir den Gedanken mit dem Schrei nach Liebe wieder vom Regal holen und sehen, was wir damit anfangen können.

      Herzliche Grüße,
      Kendra

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