Welcher alte Fehler lässt dir keine Ruhe? So kommst du mit dir ins Reine
Welcher alte Fehler lässt dir keine Ruhe? So kommst du mit dir ins Reine

Welcher alte Fehler lässt dir keine Ruhe? So kommst du mit dir ins Reine

Jahrelang hatte ich mir diese Sache vorgeworfen.

Immer und immer wieder sah ich mich in meinen Gedanken wieder in dem Zimmer mit der grünen Tapete und den braunen Stühlen, das mich an einen Wald erinnert. Er saß mir am Tisch gegenüber, als ich diese Worte sagte, von denen ich mir hinterher jahrelang wünschte, ich hätte sie nicht gesagt.

Aber passiert war passiert.

Dieser Mensch hatte mir viel bedeutet. Verdammt viel. Ich hatte mich verletzt gefühlt und in einem verzweifelten Versuch von Gefühlsmanagement was Dummes rausgehauen. Und nun wollte er keinen Kontakt mehr mir mir. Nie wieder. Jeder Versuch scheiterte.

Mit jeder anderen Frau, die mir sowas erzählt hatte, hätte ich Mitgefühl gehabt und zu ihr gesagt: „Hey, wir sind doch alle Menschen, jeder von uns baut mal Mist. Du warst mit den Nerven total runter, na und – aber das BIST doch nicht DU!“ Aber nicht mit mir!

Für mich hatte ich nur Selbstvorwürfe übrig: „Hättest du mal…..blablabla!“ „Du wusstest es doch besser!“ „Wie konntest du nur so emotional werden!“ „Wie UNREIF von dir!“

Und das Schlimmste: „Alle, die von der Sache wissen, halten dich für eine komplette Idiotin! Die lächeln dich zwar an, aber hinter deinem Rücken denken sie vermutlich, dass du eine arme Irre bist. DU HAST JEDE LEGITIMATION VERSPIELT, DICH COAH UND HEILERIN NENNEN ZU KÖNNEN!“ Bamm!

Dieser ganze Müll nagte an mir und trieb in mir sein Unwesen, doch ich hatte ohne es merken innerlich aufgegeben, damit aufzuräumen. Die ganze Geschichte von meinem Versagen erschien mir einfach zu …. wahr. Ja, dieses Mal hatte ich wirklich Mist gebaut und da gab es kein Vergeben, kein Wiedergutmachen, kein Happy End. Musste ich mit leben. Dachte ich!

Was ich lange nicht bemerkte, war, dass meine Träume mir das Aufräumen jedoch dringend ans Herz legten.

Immer wieder erlebte ich nachts mehr oder weniger dieselbe Geschichte. Ich war an einem Ort, von dem aus ich mit dem Flugzeug nach Hause wollte, doch ich drohte immer wieder, meinen Flieger zu verpassen oder verpasste ihn tatsächlich, weil ich zu viel Gepäck dabeihatte. Oder mit dem Packen nicht fertig wurde, da immer mehr Zeug auftauchte.

Die Pointe war noch, dass ich mit meinem ganzen Gepäck im Traum an genau jedem Ort feststeckte, an dem die Sache damals geschehen war.

Gottseidank kam dann doch der Punkt, an dem mir dämmerte, dass es höchste Zeit war, dieses figurative „Gepäck“ loszuwerden, und mir selbst nichts anderes passiert war, als auf typischen Egokram reinzufallen. Den Ausschlag gab eine weise Freundin, der ich mich mit einer Herausforderung anvertraut hatte, und die zu mir sagte: „Kendra, was wirfst DU selbst DIR vor?“

Und in der folgenden Nacht träumte ich wieder den Traum mit dem verpassten Flug….

Am nächsten Morgen nach dem Aufwachen aus der jüngsten Episode von „Wegen zuviel Gepäck zu spät zum Flughafen gekommen“ setzte ich mich hin, um die Sache aufzulösen.

Alles nicht wahr!

Ich entschied mich für Byron Katies Methode „The Work“ und fing mit dem Satz an „Ich hätte es besser wissen müssen.“

Hier die Übung im Schnelldurchgang. Bei „The Work“ stellt man seine negative Überzeugung durch bestimmte Fragen auf die Probe, und muss am Ende für die Wahrheit von Umkehrungen der Aussage mindestens 3 Beweise finden.

„Ich hätte es besser wissen müssen“: Ist das wirklich wahr? Ja.

Kann ich wirklich ganz sicher sein, dass das wahr ist? Nein.

Wie geht es mir, wenn ich den Satz glaube, dass ich es besser hätte wissen müssen? Wie verhalte ich mich? Ich schäme mich, ich mache mir Vorwürfe, ich ziehe mich von meinen Mitmenschen zurück. Ich fühle ein ganz ekliges Gefühl in der Magengegend und tue Dinge, um es zu betäuben.

Wer wäre ich ohne den Satz „Ich hätte es besser wissen müssen?“ Freier, interessierter Beobachter der Szene. Das Geschehene ist nicht mehr schlimm, sondern eher spannend.

Eine Umkehrung des Satzes. „Ich hätte es nicht besser wissen müssen“

3 Beispiele dafür, dass diese Umkehrung wahrer ist als der Ursprungssatz: 1. Ich hätte es nicht besser wissen müssen, denn so habe ich erfahren, welchen wunden Punkt ich noch in mir herumtrage. 2. Ich habe wertvolle Erfahrungen sammeln können über die Dynamik in menschlichen Interaktionen 3. Ich wusste, was ich wusste, ich war an dem Punkt, an dem ich war, und ich hätte an keinem anderen sein können.

Das war schon einmal eine Erleichterung!

Ich war nun aufgewärmt, um mich meinem Killersatz „Ich habe mich komplett zum Affen gemacht (und jede Daseinsberechtigung als Coach verloren)“ zu widmen. Und weißt du, was ich herausfand?

Mein „Fehler“ – mein Befreiungsschlag!

Dieser Satz war wirklich eine komplette Lüge – das genaue Gegenteil ist wahr. Mir kam der Satz „Ich habe mich selbst zum Genie gemacht!“ und es war, als ob ein Blitz der Erkenntnis in mich einschlug.

Ich habe mich selbst zum Genie gemacht – denn diese Begebenheit hat mich dazu gebracht, mich spirituell tiefer zu verankern und auszurichten. Ich habe lange Spaziergänge in der Natur gemacht und mit Gott gesprochen. Ich habe um Antworten gebeten. Ich habe darum gebeten, über das hinauszugehen, was ich bisher kannte und wusste, auch über die Art zu heilen, die ich bisher kannte. Und die Antworten kamen. Und wie sie kamen!

Ich habe nun wirklich „mein Ding“ gefunden. Ich höre mehr denn je auf meine innere Führung und habe mich von äußeren Autoritäten abgekoppelt. Ich spüre Kraft und Energie und Klarheit mehr, als ich es je in meinem Leben gekannt habe. Ich bin in meiner Arbeit um Lichtjahre gewachsen und kann für viele Menschen tatsächlich hilfreich sein und sie ermutigen, an das Göttliche in sich zu vertrauen und auf ihr Inneres zu hören.

Ich weiß und erfahre, dass ich eins mit der göttlichen Quelle bin, und wir beide zusammenarbeiten, um das Leben auf der Erde für alle Wesen glücklicher werden zu lassen.

Ich bin menschlich nicht perfekt, doch das behindert nicht das Wirken durch mich.

Dafür bin ich dankbar.

Verstehe mich nicht falsch, ich sage nicht, dass man auf der menschlichen Ebene nicht Verantwortung für sein Verhalten übernehmen soll. Wir alle wachsen in die göttliche Liebe hinein, und es ist wichtig, liebloses Verhalten abzustellen, sich zu verändern, Dinge wiedergutzumachen, sich zu versöhnen. Aber nicht, sich Dinge ewig vorzuwerfen – das nützt niemandem etwas, ganz im Gegenteil! Wie hat dich deine Umgebung wohl lieber: Fröhlich, inspiriert, voller Schwung, Liebe ausstrahlend – oder auf Sparflamme köchelnd, mit Selbstvorwürfen überladen in der Ecke sitzend?

Die „schreckliche Erfahrung“ ist zu einem Segen geworden. Nie würde ich tauschen und in meinen damaligen Bewusstseinszustand zurückwollen.

Und jetzt du. Welches unnötige Gepäck lässt du heute los?

Ich schreibe das hier, um auch dich zu ermutigen, Lebenskraft raubende Selbstvorwürfe über Dinge aus der Vergangenheit abzulegen. Was wirfst du dir vor? Welches „Gepäck“, das dich am Fliegen hindert, lässt du jetzt los?

Auch wenn ich dich vielleicht nicht persönlich kenne, weiß ich eines über dich: Auch du bist zum Fliegen hier!

Die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf jeden Menschen, der sich aus den Fesseln alter Konditionierungen und falscher Überzeugungen löst, sein wunderbares Selbst erkennt und losfliegt! Im Lichte dessen, was du wirklich bist, ist ein menschlicher „Fehler“ ein Klacks, auch wenn es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen, Fehler einzugestehen und nicht zu wiederholen. Doch dann ist dir vergeben, denn die Schöpfung will dich glücklich, lebendig und dein Lied singend, deinen Beitrag leistend für die neue Zeit, die kommen soll.

Vergib auch du dir und …. flieg! Wir warten auf dich!


Danke an meine weise Freundin Anja Richter!


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6 Comments

  1. Cornelia

    Liebe Kendra, danke fuer Dein Teilen. Ich tief berührt, kenne ich doch diese Dinge sehr gut und bin unendlich dankbar, daß der Heilige Geist unaufhörlich mit mir kommuniziert und mich so auf den heilsamen Weg setzt. Mein einziges Ziel ist Gott und dahin lasse ich mich führen, egal wie anstrengend es sich zeigt. Ich vertraue !!! Wir sehen uns am 24. und ich freue mich schon heute. In Liebe Cornelia

  2. Renate

    Danke für deine Offenheit ja das kenne ich gut und ja ich möchte zurücktreten und den Hl. Geist die führung übergeben u merke doch das ich mich nicht ganz fallen lassen kann weil mich das Gepäck behindert Glg Renate

  3. Uli

    Liebe Kendra,
    vielen, lieben Dank für die Erinnerung! Wie schnell bin ich doch wieder alten Verhaltensmustern und Gedanken verhaftet aus den ich scheinbar nicht herauskomme. Wie jetzt gerade bereits wieder ….
    Dann helfen mir genau solche „Geschichten“, um mich zu erinnern, dass es nicht so IST.
    DANKE!
    Herzlichste Grüße Uli

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